April 15th, 2009

Before Open Access bookworms were putting their lives at risk (on wonky ladders) to get the latest research; The bookworm by Carl Spitzweg
Everybody who has ever published anything on the Internet – or has been quoted there – seems to be going crazy about copyright and intellectual property rights these days. This seems understandable given the lack of control an author has over their material once it’s ‘out there’. The copyright discussion raises all kinds of issues about the material value of ideas and ways of trading them. Are Google books allowed to digitise books without their authors’ permission? Do online press reviews, such as the German Perlentaucher, have to pay newspapers for the extracts they use? And are bloggers allowed to reproduce lengthy quotes from other people’s works on their websites? And what about alternative publishing models for material that traditionally has been hard to come by, such as academic research?
The rise of Open Access publication is a relatively recent development in the academic community. It is based on the principle of making up-to-date research freely available to everyone interested without any subscription fees for journals or technical impediments. There are two alternative ways of going about it: either via specific Open Access journals, or via an author’s website or Open Access repositories that take articles previously published elsewhere.
Open Access has much to recommend itself and should be welcomed by academic researchers, scholars and scientists all over the world. It’s particularly useful to academics in developing countries who are often cut off from up-to-date research for lack of resources, and for independent researchers without access to the research infrastructure of a university. It also helps distribute research results faster and therefore creates higher impacts. Continue reading
April 6th, 2009
„Na endlich, die Twitter-Wall ist an!“ ruft der junge Mann und läuft die Stufen im Halbdunkel des Berliner Friedrichstadtpalasts hinunter. Auf der Videowand der Bühne des großen Saals laufen farbige Kästchen mit Twitter-Tweets in kleiner Schrift von oben nach unten, die mit #rp09 gehashtagged und über einen speziellen Channel sichtbar gemacht werden. Sehr zur Freude der zahlreich anwesenden Blogger, Netzaktivisten und Techies, die sich zur dritten re:publica, der Konferenz für Social Media und digitale Gesellschaft zusammengefunden haben. Das Motto: Shift happens. Passend dazu heißt das Panel, zu dem Spreeblick-Gründer und re:publica-Mitveranstalter Johnny Haeusler geladen hat: „Medienwelt im Wandel“. Doch noch ahnen weder die Podiumsmitglieder noch Moderator Haeusler, dass die Wall, die jetzt kurz vor Diskussionsbeginn noch als nettes Gimmick im Raum steht, die Veranstaltung gleich gehörig durcheinander wirbeln wird.

Noch ist es ruhig auf dem Podium, im Hintergrund leuchten die Bricks der Twitter-Wall... Foto: Daniel Seiffert
Haeusler ist verständlicherweise zunächst mal nur froh darüber, dass endlich das WLAN funktioniert, das den ganzen Vormittag auf Deutschlands größten Blogger-Konferenz ausfiel – irgendwie so wie Bundesliga-Fußball ohne Ball, oder Formel 1 ohne Benzin – und erklärt die technischen Details. Ein Raunen geht durch den Saal. Erstmal Twittern! RBB-Programmbereichsleiter Helmut Lehnert, der bei Radio Fritz in den 90er Jahren immerhin als einer der ersten eine Online-Sparte aufbaute, kann sich nur schwer für den neuen Trend zum Twittern begeistern. Die Meldung über einen Flugzeugnotlandung auf den Hudson River in Echtzeit zu erfahren, sei kein Wert an sich. Und wie durch ein Wunder ist die Twitter-Wall auch erstmal von der Bildfläche verschwunden – abgeschaltet.
Freitag-Herausgeber Jakob Augstein verteidigt indes sein neues Konzept des Community-Journalismus, das bloggende Leser als Autoren der Zeitung einbindet, preist dies als „gehaltvolleres Bloggen“ und mutmaßt: „Vielleicht fällt die Zeitung irgendwann mal weg.“ Er bricht zudem eine Lanze für den professionellen investigativen Journalismus, der nötig sei, um Politik und Macht zu kontrollieren, die wahre Meinung ja komme aus der Zeitung und nicht aus dem Netz. Stimmt, der Freitag ist ja mit zweitem Namen auch „das Meinungsmedium“. Leuten mit Macht sei die Blogosphäre egal, nölt Augstein und überhaupt: Das Netz sei diesbezüglich eigentlich noch ziemlich irrelevant. Continue reading