Die Vorsprecher

Juli 11th, 2009

Erste Sendung „Die Vorleser“ (so nannte ich im Übrigen auch mein erstes Seminar an der FU im Jahre 2004, das sich praktisch mit Veranstaltungsorganisation und theoretisch mit Salonkultur beschäftigte). Deutsches Kulturvolk, freue dich! Mal wieder eine Bücher-Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, damit du nicht vergisst, das bedrohte Kulturgut Buch vor dem Untergang zu retten – oder damit du dich zumindest so fühlen kannst, als ob du es durchs Starren auf die Mattscheibe beim Sterben nicht alleine lässt. Dieses Mal wird uns allerdings keine One-Man-Show oder ein Quartett, sondern ein Duett kredenzt. Rein etymologisch geht es also in Richtung Zwiegespräch; und in Vorab-Interviews bekundeten beide zukünftigen Buch-Moderatoren, die Bestseller-Autorin Amelie Fried und der Kritiker Ijoma Mangold, dass sie nicht den Verriss im Sinn hätten, sondern “interessante Argumente” und Empfehlungen (Mangold) geben und “Bücher anschaulich machen” wollten (Fried). Getwittert wurde heute schon fleißig, dass die Bücherliste der Sendung bereits verkaufsfördernd wirkte, gegrüßt seiest du, oh, Oprah Winfrey, du Vorbild aller Lese-Talkshows.

Nun sitzen die Neuen da, auf einem roten Ecksofa, in einem Studio, das unspezifischer und langweiliger nicht sein könnte: unverputzte Klinkerwände, bisschen Live-Publikum (vor allem blonde Damen zwischen 25 und 35, oder wurden die alle nach vorne gesetzt? Um Abendgarderobe wurde gebeten, wie man hier erfährt), Fenster-Rückwand mit Blick auf Altbauten. Ja, ja, Hamburg, du Weltstadt… Da ist ja sogar kulturzeit poppiger: Dort wagt man großräumige Kamerafahrten, Überblendungen, Lichtspiele! Das Schlimmste an allem ist das Bücherregal, an dem Ijoma Mangold seine Drei-Minuten-Kritiken loswerden muss und das eher wie ein Eckschrank ohne schützende Ecke wirkt. Continue reading

The ancient Mr. Google

Juli 1st, 2009
Steps to knowledge, Photo: sanjibm

Steps to knowledge: British Museum Great Court, Photo: sanjibm/flickr

His Internet was the seventeenth-century ‘republic of letters’ – a network of scholars across Europe engaged in a lively correspondence about topics from religion and scientific developments to engineering and agriculture.

His imagined search engine was an ‘Office of Address for Communications’, based in Oxford, in charge of maintaining registers of information on ‘Matters of Religion, of Learning and Ingenuities’.

The Anglo-German educational reformer and writer Samuel Hartlib (c 1600-1662) was obsessed with the acquisition, collection and processing of knowledge. Like his friend the Czech educator Jan Amos Komensky, called Comenius, he believed in universal knowledge – a system they called pansophy.

So was Hartlib like the Google founders, Larry Page and Sergey Brin, trying to amass as much material as possible? Or was he like the Microsoft creators of Bing, scanning and sifting in an attempt to turn out the most relevant results? Maybe Hartlib was actually like Stephen Wolfram, the British inventor of the new search engine Wolfram Alpha, that aims to churn out concrete answers to concrete questions. Continue reading