Pirates, anticapitalists, farmers, students … – Climate activists come from all parts of society and play an important role in Copenhagen these days. They are the conscience of the negotiating delegates, the critical mass from the streets, powerful lobbyists with many innovative ideas – and they are mostly young. Last weekend tens of thousands of demonstrators marched on the streets of Copenhagen to urge negotiators at COP15 to agree a strong treaty against global warming. The action was part of a worldwide “Day of Action“ and the world’s largest ever climate-change demonstration. The presence of activists relates to an increasing influence of climate-NGOs from all over the world. Obviously activism is as global as the problem of climate change itself.
Similar to the negotiators NGOs from the western world are often at odds with their colleagues from the developing countries about the implementation of climate protection. For instance some networks from developing countries harshly critizise the emission trading scheme itself as well as western environmentalists who rather demand stricter rules within the existing framework. Also NGOs do not always agree on wether they should protest on the street by launching campaigns or rather try to participate in the negotiation process. Continue reading
Twenty years ago the Berlin Wall fell. Since this remarkable European event, Europe hasn’t really taken advantage of its chances and possibilities to become a leading political actor of the new world order in the 21th century. This has several reasons: “A certain idea of Europe was buried with the fall of the Berlin Wall on November 9, 1989”, Bertrand Le Gendre writes in the French daily Le Monde. “ That is the paradox of history. At the very moment when the continent recovered its unity as a democratic market economy, it lost the last of its cohesion. … With twenty-seven countries it is nothing more than a Utopia,” he concludes. But not only changes of the political structure of Europe but also external developments concerning international relations and global affairs has led to a loss of influence of the Old Continent among the international community.
Will there be a climate revolution?
“Twenty years on we still have to wait and see whether with the rise of Barack Obama a new, multi-polar world order can be established,” writes Hubert van Humbeeck in his blog for the website of the Dutch weekly magazine Knack. “And it’s not clear what role Europe can play in this. For emerging powers like China and India, the Old Continent is no longer so important.” Europe still often resolves into nation states, as we could see during the financial and economic crisis. … “If the Old Continent isn’t careful, it will end up merely trotting along on the sidelines. If it wants to continue counting for something it has no choice but to make an effort and cooperate,” van Humbeeck believes.
But the year 1989 must not only perceived as the year when the wall came down and communism ended to exist in Eastern Europe. It is also considered as the starting point of modern globalization. And this global development has not only set the stage for above mentioned new world order with the rise of countries like China and India as the upcoming economic super powers. Globalization led to a global fight for western living standards and consequently to an extraordinary burden of the ecological system which accounts for today’s climate change. After twenty years of intense global political change this world now needs an ecological change.
In 1989 Berlin was the symbolic place for a peaceful revolution and the initiation of an upcoming new world order. It might be hard to imagine, but in 2009 Copenhagen must be the place for a climate revolution. Let’s not forget this issue while celebrating the fall of the wall. Let’s combine both dates!
Budapest Pride unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Foto: Róbert Katona
Am Ende des Regenbogens ist es dunkel. Ein paar Hundert Menschen stehen dort vor einer mannshohen Absperrung aus Stahl. Hinter dem Zaun, der sich über die gesamte Breite der großen Ringstraße der ungarischen Hauptstadt spannt, hat sich eine Kette von Polizisten in Schutzkleidung aufgereiht. Weit mehr als ein Steinwurf liegt zwischen dem großen Banner in den Regenbogenfarben, das die Teilnehmer der Budapester Schwulenparade – der Budapest Pride – auf ihrem Zug über die Budapester Prachtmeile Andrássy út aufgespannt haben, und den Gegendemonstranten. Sie haben schwarze Kapuzenpullis an, tragen oft Abzeichen, die Großungarn in seinen alten Grenzen vor dem Ersten Weltkrieg zeigt. Die meisten von ihnen sind dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnen.
Hier vor dem kleinen eisernen Vorhang sind sie es, die den Widerstand gegen die Schwulenparade organisieren. „Ich bin hier weil wir ständig in unseren Rechten beschnitten werden, wenn wir mal einen nationalen Gedenkmarsch organisieren möchten“, sagt ein Demonstrant in der ersten Reihe. „Diese Leute hier werden dagegen vom Staat geschützt, und wir zahlen mit unseren Steuern dafür. Für ein paar hundert Schwule braucht man so einen Aufwand nicht, kein Bedarf! Sie sollen woanders hingehen und uns in Ruhe lassen.“ Die letzten Worte gehen in den plötzlich lauter werdenden Parolen unter. „Macskos buzik – Dreckige Schwuchteln“, skandieren die Demonstranten lautstark, als ein paar hundert Meter die ersten Teilnehmer der Parade vorbeiziehen. Schimpfworte fliegen in Richtung der Teilnehmer der Schwulenparade. Die Techno-Musik, die von einem Lastwagen kommt, wird vom Gebrüll der Männer und Frauen, die ihrem Hass Ausdruck verleihen, locker übertönt. Continue reading
La maladie n’est pas une contingence. Elle fait partie de la vie. Comme l’amour, comme la mort, faire plaisir à son gosier ou à son palais, prendre soin de son corps, sortir au soleil, profiter des splendeurs de l’environnement, ou de ce qui en reste, s’enivrer et grandir lors d’un voyage épanouissant. Un jour, il nous faut également tomber malade. Continue reading
Hier laufen Helden rüber. Tartanbahn des Berliner Olympiastadions. Foto: Verleihnix /flickr
Usain Bolt ist der schnellste Mensch der Welt. Die wichtigste Zeitmarke der Leichtathletik steht jetzt bei 9,58 Sekunden – Bolt hat sich noch an der Finish Line selbst davon überzeugt. Er ist der neue Held von Berlin, wie die slowenische Tageszeitung Dnevnik schreibt: „Bereits jetzt ist klar, dass Berlin nach den Olympischen Spielen im Jahr 1936, als Jesse Owens vier Goldmedaillen gewann, einen neuen Helden hat. Der Unterschied ist, Bolt können alle offen applaudieren, und er wird nicht 48 Jahre warten müssen, dass eine Straße in der Nähe des schönen Olympiastadions nach ihm benannt wird.”
Nicht nur Berlin, jede Stadt braucht ihre Helden, und fast immer sind es herausragende Sportler, die mit ihren Leistungen bei großen Ereignissen diesen Status erreichen. Leichtathlet Carl Lewis war 1984 mit vier Goldmedaillen der Held von Los Angeles, der Fußballer Ronaldo der Held von Yokohama als er zwei Tore im WM-Finale erzielte und Schwimmer Michael Phelps konnte nach seiner achten Goldmedaille in Beijing als Rekord-Olympionik einfach nur noch Held sein – es blieb ihm nichts mehr anderes übrig.
Im Gegensatz zu Jesse Owen könnte der jamaikanischen Sprinter Bolt gar zum neuen Captain Berlin mutieren, eine Kunstfigur, die der Kunstfilm-Regisseur Jörg Buttgereit vor 27 Jahren erschuf. Captain Berlin – der einzig wahre Superheld von Berlin – muss die Welt retten, die der böse Mister Synth gerade erobern will. Um den Superhelden aus der Reserve zu locken, hat der Super-Schurke die hübsche Priscilla entführt, die der Held heimlich liebt. Showdown ist auf dem Dach des Berliner ICC, dem Internationalen Congress Centrum – nicht weit entfernt vom Olympiastadion. Continue reading
Erste Sendung „Die Vorleser“ (so nannte ich im Übrigen auch mein erstes Seminar an der FU im Jahre 2004, das sich praktisch mit Veranstaltungsorganisation und theoretisch mit Salonkultur beschäftigte). Deutsches Kulturvolk, freue dich! Mal wieder eine Bücher-Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, damit du nicht vergisst, das bedrohte Kulturgut Buch vor dem Untergang zu retten – oder damit du dich zumindest so fühlen kannst, als ob du es durchs Starren auf die Mattscheibe beim Sterben nicht alleine lässt. Dieses Mal wird uns allerdings keine One-Man-Show oder ein Quartett, sondern ein Duett kredenzt. Rein etymologisch geht es also in Richtung Zwiegespräch; und in Vorab-Interviews bekundeten beide zukünftigen Buch-Moderatoren, die Bestseller-Autorin Amelie Fried und der Kritiker Ijoma Mangold, dass sie nicht den Verriss im Sinn hätten, sondern “interessante Argumente” und Empfehlungen (Mangold) geben und “Bücher anschaulich machen” wollten (Fried). Getwittert wurde heute schon fleißig, dass die Bücherliste der Sendung bereits verkaufsfördernd wirkte, gegrüßt seiest du, oh, Oprah Winfrey, du Vorbild aller Lese-Talkshows.
Nun sitzen die Neuen da, auf einem roten Ecksofa, in einem Studio, das unspezifischer und langweiliger nicht sein könnte: unverputzte Klinkerwände, bisschen Live-Publikum (vor allem blonde Damen zwischen 25 und 35, oder wurden die alle nach vorne gesetzt? Um Abendgarderobe wurde gebeten, wie man hier erfährt), Fenster-Rückwand mit Blick auf Altbauten. Ja, ja, Hamburg, du Weltstadt… Da ist ja sogar kulturzeit poppiger: Dort wagt man großräumige Kamerafahrten, Überblendungen, Lichtspiele! Das Schlimmste an allem ist das Bücherregal, an dem Ijoma Mangold seine Drei-Minuten-Kritiken loswerden muss und das eher wie ein Eckschrank ohne schützende Ecke wirkt. Continue reading
Sonnenuntergang in Tirana hinter der Et’hem Bey Moschee Foto: ab
Ein ausrangierter griechischer Bus bringt uns über die staubige, kaputte Straße vom Flughafen in die Stadt. Es ist Rush-Hour in Tirana. Die alten Autos der Marke Benz aus den 70er Jahren drängeln sich im Schneckentempo auf dem Skanderbeg Platz, Hauptplatz und Verkehrsschlagader der Stadt. Die Abendluft ist kaum zum Atmen. Aller Anfang ist schwer, denke ich, als wir wie Frogger im C-64 Spiel die Straßen überqueren. Irgendwie wie in Harare, sagt mein Kollege Tom und meint die Hauptstadt Zimbabwes. Die Abendsonne taucht das Nationalmuseum, den Uhrturm und die Et’hem Bey Moschee in ein sanftes Licht. Ein südliches Flair in diesem kleinen und überschaubaren Zentrum. Der Spaziergang in den Ausgehbezirk Blloku mit seinen westlichen Bars und Restaurants dauert kaum mehr als 10 Minuten. Blloku war während der kommunistischen Zeit ausschließlich den Funktionären vorenthalten. Heute lungern hier die reichen Albaner, die Business-Leute und eine handvoll Touristen herum.
Der Tourismus ist im Aufschwung in Albanien, und die boomende Metropole Tirana sein Zugpferd Immerhin 2,5 Millionen Gäste kamen 2008 in den Küstenstaat, der lange als Armenhaus Europas verschrien war. Vier Jahre zuvor waren es lediglich 300.000. Albanien hat eine mehrere hundert Kilometer lange Küste, im Landesinneren findet sich eine weitläufige Berglandschaft. Touristen kommen aber kaum aus dem Westen, vor allem sind es Kosovaren, Mazedonier oder im Ausland lebende Albaner. Eine fast fertig gestellte Autobahn zwischen der Grenze zum Kosovo und er albanischen Hafenstadt Durrës ist das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des Landes. Kostenpunkt: Eine Milliarde Euro. Die Autobahn soll weitere Touristen locken. In Tirana hat ein österreichisches Unternehmen eine moderne Gondelbahn auf Tiranas Hausberg Dajti gebaut. Oben bekommen wir zwar eine gute Infrastruktur und Bier serviert, die Aussicht ist allerdings schlecht: Abendsmog. Continue reading
Alle lieben Michael. Einen Tag nach Jacksons überraschenden Tod, sind sämtliche Skandale, Misserfolge und der Niedergang des „King of Pop“ erstmal vergessen. Nach einhelliger Meinung von Presse und Blogosphäre ist MJ ab jetzt und für alle Ewigkeit Legende. Und dazu gehört eben auch ein früher Tod, im Alter von 50 Jahren. Nie zuvor hat der Tod eines Künstlers so viel mediale Aufmerksamkeit erzeugt. Hier ein paar Auszüge:
Wieder verliert das Mikro einen Großen seiner Zunft! Foto: teliko82/flickr
Der Komponist, Musiker und Produzent Martin Staniszewski bezeichnet in der polnischen Tageszeitung Dziennik den Künstler als unsterblich: “Es besteht kein Zweifel, dass die Welt einen Menschen verloren hat, der neben den Beatles und [Elvis] Presley den größten Einfluss auf die gegenwärtige Unterhaltungsmusik ausgeübt hat. Auf Michael Jackson beziehen sich Künstler aus fast allen Musikgattungen. … Ich weiß nicht, ob ich mich nach Michael Jackson sehnen werde. Ich weiß aber genau, dass er wie Elvis nicht sterben wird.”
Die niederländische Boulevardzeitschrift De Telegraaf spricht vom Ende einer Ära. „Trotz aller Skandale ist Michael Jackson zum Symbol einer Generation geworden. Jackson hat die Popmusik erneuert. In seinem frühen Tod liegt Ironie des Schicksals: Gerade der Sänger, der so dem Jugendwahn anhing, stirbt jung.“
„Für seine Legionen von Fans war er der Peter Pan der Popmusik: der kleine Junge, der nicht erwachsen werden wollte“, sinniert die New York Times. „Aber am Rande eines weiteren Comeback-Versuchs ist er auf einmal verschwunden, diesmal für immer. … Mr. Jackson war seit dem ersten Hit der Jackson 5 „I want you back“ im Jahr 1969 ein Objekt der Faszination für die Medien. Sein Bild in der Öffentlichkeit schwebte zwischen einem musikalischen Naivling, der eigentlich nur seine Jugend zurückhaben wollte … und einem berechnenden Mogul, der seine Person sorgfältig um sein oft rätselhaftes öffentliches Verhalten herum konstruierte.“ Continue reading
Un week-end d’élections: Pendant que toute l’Europe vote pour le Parlement européen, les Libanais sont appelés aux urnes pour élire leurs députés au Parlement. Un jeune auteur libanais explique pourquoi il ne va pas donner sa voix dans un pays sans paix.
(Cet article est paru dans une version plus courte, sans notes explicatives, dans le supplément “Résistance Culturelle” du journal L’Orient-Le Jour, en juin 2009)
Je sais de quoi je parle quand je parle des révolutions. Les gens qui lisent les livres vont chez les gens qui ne peuvent pas lire les livres, les pauvres, et leur disent: “Il nous faut avoir du changement”. Alors, les pauvres gens font le changement, ah? Puis ensuite, les gens qui lisent les livres, ils se mettent autour des grandes tables qui brillent, et parlent et parlent et parlent et mangent et mangent et mangent, eh? Mais qu’est-il arrivé aux pauvres gens? Ils sont morts! C’est ça votre révolution. Chhh… Alors, s’il vous plaît ne me parlez pas de révolutions! Et qu’est-ce qui se passe ensuite? La même m… recommence depuis le début! Juan Miranda alias Rod Steiger in “Il était une fois la révolution” (1971)
La Comtesse : Ma chambre, à minuit ?
Boris : Vous y seriez aussi ?
Est-ce la vraie tranquillité? Un lac bavarois. Photo : Jad Semaan.
L’image de Woody Allen dans le rôle du soldat russe supposé combattre les Français ne me quitte pas. Il regarde les généraux puis il regarde les soldats et ne voit que des brebis qui vont s’affronter. Love and Death. C’était en 1975. Ni la mer ni mon amour pour Amari n’ont changé depuis, et comme la terre est ronde, nous nous reverrons. De puissants quatre-quatre sans plaque d’immatriculation m’éblouissent les yeux avec leur appel de phares. Les vitres sont noires. Elles cachent une grosse légume. Huit mars, quatorze mars, sayyane. Boris ne voit pas d’utilité à combattre les Français. Il aime les gâteaux Paris-Brest et le goût de la madeleine. Il est pitoyable à voir au front. Continue reading
Seit Jahren herrscht zwischen den beiden großen regionalen Interessengruppen in Bolivien, den Collas und den Cambas, ein Konflikt, der nur ein scheinbar kultureller ist. In Wirklichkeit entstehen die Spannungen durch das soziale Ungleichgewicht zwischen den eher ärmeren, in den Anden lebenden Collas und den Cambas im ressourcenreichen tropischen Flachland. Aber es geht auch um politische Macht. Ein Reise-Lagebericht vom Westen des Landes, dem Regierungssitz La Paz, in den Osten.
La Paz, Mitte Mai
Die herbstliche Kälte macht sich auf dem Altiplano bereits bemerkbar; in der Sonne verbrennt man, wie immer, im Schatten fröstelt einen. Ich bahne mir meinen Weg durch das übliche Gewusel aus hupenden, Qualmwolken hinter sich herziehenden Minibussen.
In La Paz, dem bolivianischen Regierungssitz, ist das "Ja" zur neuen Verfassung allgegenwärtig. Fotos: Aline Hirseland
Aus den Fenstern der Busse schieben die Voceros ihre Köpfe. Sie sind oft noch Kinder und dienen als menschliche Lautsprecher, die mit heiserer Stimme die Haltestellen und den Fahrpreis ausrufen: “Prado, Obelisco, Perez un boliviano!” Continue reading