Neulich stand ich in einer historischen Druckwerkstatt. Jede Schriftsorte war in einem eigenen Schrank untergebracht, jede einzelne Schriftgröße lag in von Kästchen unterteilten Schubladen. Mit der Zeit, so erzählte die Druckerin, nutzen sich die Schriften ab, sie würden durch den Druckvorgang ein wenig platt gedrückt, so dass sie irgendwann ihr Profil verlören. Ganze Sätze könnten so verschwinden.
Schrift ganz digital neu.
Im Internet war es lange Zeit genau anders herum. Dort herrschte Profillosigkeit unter Fonts, da aufgrund der technischen Möglichkeiten immer wieder auf ein paar simple Systemschriften zurückgegriffen wurde, darunter vor allem Verdana. Das könnte jetzt anders werden, freute sich Martin Z. Schröder im Juli in der Süddeutschen Zeitung. Das Programm @font-face ermögliche den Browsern alle die Schriften zu verwenden, die ihnen die jeweiligen Server der Webseiten anböten.
Statt sich der Vielfalt der schönen Schriften zu verschreiben, hat Ikea nun das Gegenteil getan und damit viel Unmut ausgelöst. Das schwedische Möbel-Unternehmen setzte seinen Katalog für 2010 nicht mehr in einer speziellen Version von Futura, sondern in der Internetschrift Verdana. Typographen sind geschockt. Aber könnte man es nicht auch anders sehen? Wir gewöhnen uns immer mehr an das Lesen im Netz, die Netzschriften programmieren sozusagen auch unser Offline-Leseverhalten. Orientierte sich das Webdesign, besonders bei Blogs, zuletzt immer stärker an Magazin-Layouts (großes Startbild, viele Texte und Fotos auf der Startseite), dreht sich der Spieß jetzt um. Internet-Kulturen verändern die Print-Kulturen. Und das Schreiben. So konstatierte Felicitas von Lovenberg in einem wunderbaren Text über die Cover der herbstlichen Buch-Neuerscheinungen, dass Literatur “immer interaktiver” werde, etwa Maria Cecilia Barbettas “Änderungsschneiderei Los Milagros” (2008), aber auch schon W.G. Sebalds “Ringe des Saturn” (1995), Werke, die Fotos, Zeichnungen, Diagramme in den Text einbauen. In Zeiten, in denen sich das Buch als sinnlich wahrnehmbares Ding deutlich gegen das billigere, aber nicht-fühlbare E-Book absetzen müsste, würden typographisch aufwändige Ausstattungen zurückkehren. Und wenn dann ein alter Drucksatz sein Profil verliert, kann man nur hoffen, dass er von einem Webprogrammierer bereits netztauglich gemacht wurde. Denn typisiert machen weder das Netz- noch das Papier-Lesen Spaß. Nikola Richter
Hip-hip hurray, The International ist jetzt auch auf der Blog-Landkarte von The BOBs, dem Blog-Wettbewerb der Deutschen Welle zu finden. Was noch so in der Welt der Blogs los ist, weiß David Brewer, der beim Start von BBC News online maßgeblich war, aber auch die Webseiten von Al Jazeera, englische Version, mitplante, und Journalisten bei der Entwicklung eigener Medienprojekte, vor allem im Netz, unterstützt. Er sprach in Rotterdam vor 60 europäischen Bloggern über die Zukunft des Bloggens, besonders im Hinblick auf deren Macht in politischen Krisengebieten oder Ländern, die es mit der Pressefreiheit nicht so ernst nehmen. Seine Powerpoint-Slideshow, stellt viele dieser mutigen Menschen und Einzelkämpfer vor: T.P. Mishra aus Bhutan, der Bhutan-Vertreter im Third World Media Network ist, der Blogger Nalaka Gunawardene in Sri Lanka, Shahidul Alam in Bangladesh (mit 28.000 Abonnenten weltweit), der eine Fotoagentur aufgebaut hat, in der “Unberührbare” arbeiten. Aber er erwähnt auch heute einflussreiche Medien, die aus dem Engagement einzelner Journalisten entstanden sind: der Radiosender B92 in Serbien, El Periodico in Guatemala, die Nachrichtenagentur makfax online in Mazedonien oder die Webseite für alternative Nachrichten malaysiankini in Malaysia, tempointeractive in Indonesien.
Und wer verfolgen will, wie es Journalisten und Bloggern weltweit geht, der kann sich über die “World Association of Newspapers” (WAN), das “Committee on Protection of Journalism” (CPJ), “Amnesty International” oder “Reporters without Borders” informieren. Selbst in Europa ist die Pressefreiheit nicht überall selbstverständlich: Am 25. Mai unterzeichneten Chefredakteure und Journalisten 48 europäischer Medien aus 19 Staaten die “European Charter on Freedom of Press” in Hamburg. Sie soll dazu dienen, dass sich Journalisten europaweit auf diese Grundsätze berufen können, wenn sie in ihrer Arbeit eingeschränkt oder gar bedroht werden, und sie soll auch Teil der EU-Erweiterungsbedingungen werden. Nikola Richter
Before Open Access bookworms were putting their lives at risk (on wonky ladders) to get the latest research; The bookworm by Carl Spitzweg
Everybody who has ever published anything on the Internet – or has been quoted there – seems to be going crazy about copyright and intellectual property rights these days. This seems understandable given the lack of control an author has over their material once it’s ‘out there’. The copyright discussion raises all kinds of issues about the material value of ideas and ways of trading them. Are Google books allowed to digitise books without their authors’ permission? Do online press reviews, such as the German Perlentaucher, have to pay newspapers for the extracts they use? And are bloggers allowed to reproduce lengthy quotes from other people’s works on their websites? And what about alternative publishing models for material that traditionally has been hard to come by, such as academic research?
The rise of Open Access publication is a relatively recent development in the academic community. It is based on the principle of making up-to-date research freely available to everyone interested without any subscription fees for journals or technical impediments. There are two alternative ways of going about it: either via specific Open Access journals, or via an author’s website or Open Access repositories that take articles previously published elsewhere.
Open Access has much to recommend itself and should be welcomed by academic researchers, scholars and scientists all over the world. It’s particularly useful to academics in developing countries who are often cut off from up-to-date research for lack of resources, and for independent researchers without access to the research infrastructure of a university. It also helps distribute research results faster and therefore creates higher impacts. Continue reading
Immer mehr Leute lesen online, so auch der sein Gesicht nicht zeigende Peter Licht beim Bachmann-Preis 2007. Da mich in der letzten Zeit viele nette, gut informierte Menschen auf Webportale aufmerksam machten, in denen die junge Literatur auf crossmedia macht und wo uns beim Online-Lesen nicht das Hören und Sehen vergeht, kommt hier ein erster Überblick: Continue reading